Alltagssexismus: Animationsfilm des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main
Good Practices gegen Sexismus können als Inspiration dienen und zeigen konkrete Lösungsansätze auf. Um aus den Erfahrungen der Bündnispartner*innen zu lernen, stellen wir regelmäßig gute Praxisbeispiele aus dem Bündnis “Gemeinsam gegen Sexismus” vor. Dieses Mal: Ein Interview mit der Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, Gabriele Wenner, zu einem Animationsfilm über Alltagssexismus.
Sexismus erleben Menschen in unterschiedlichen Situationen und an verschiedenen Orten in ihrem Alltag. Die Betroffenen fühlen sich oft ungesehen und übergangen. Darauf macht ein Animationsfilm über Alltagssexismus des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main aufmerksam. Er will sowohl für das Thema sensibilisieren und Betroffene stärken, als auch konkrete Lösungs- und Handlungsansätze aufzeigen. Der Animationsfilm ist im Rahmen eines Aktionsplans der Stadt und der Kampagne „Respekt. Stoppt Sexismus“ entstanden.
Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“: Wen möchten Sie mit dem Film ansprechen? Sind das in erster Linie selbst Betroffene oder auch andere Menschen?
Referatsleiterin Gabriele Wenner: Wir wenden uns an Frauen und Mädchen, die Sexismus erlebt haben, aber auch an alle, die ihn entlarven und bekämpfen wollen. Zugleich möchten wir Mädchen und Frauen empowern und sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstbestimmtheit stärken. Alle Frauen und Mädchen haben ein Recht darauf, dass ihre persönlichen Grenzen respektiert werden. Dafür stehen und arbeiten wir.
Bündnis: Der Animationsfilm zeigt unterschiedliche Alltagssituationen, in denen Menschen sexistische Diskriminierung erfahren. Wie haben Sie sich für die gezeigten Situationen entschieden?
Wenner: Bahn, Wohnzimmer oder Küche beispielsweise sind uns allen vertraute Orte des Alltags, an denen sexistische Diskriminierung passieren kann. Gerade in routinierten beruflichen und privaten Situationen erleben Frauen und Mädchen alltäglich Vorurteile, sexistische Sprüche und Diskriminierungen, auf die wir aufmerksam machen wollen. Stereotype und Klischees verletzen das Recht von Frauen auf Selbstbestimmung und Chancengleichheit.
Bündnis: Der Film ist auf Basis eines Comicheftes entstanden. Welche Vorteile hat das digitale Videoformat einem Druckformat gegenüber? Konnten Sie digital mehr Menschen erreichen?
Wenner: Das Comic-Heft „Mein Nein meint Nein“ hat bereits 2017 als Beitrag zu unserem Aktionsplan „Respekt. Stoppt Sexismus“ erfolgreich für das Thema Sexismus sensibilisiert und wird bis heute stark nachgefragt. Der Animationsfilm ist keine digitale Alternative, sondern ergänzt und erweitert unsere inhaltlichen Präsentationsmöglichkeiten. Wir denken in langfristigen Prozessen und wollen mit dem Film beispielsweise bei Veranstaltungen das Thema Sexismus im öffentlichen Raum bei verschiedenen Zielgruppen weiter ins Bewusstsein rücken. Wir haben bewusst ein ernstes Thema in der eher unterhaltsamen Form der Animation verpackt. Der Kontrast schafft Aufmerksamkeit und lässt sich vor allem auch bei Jugendlichen gut als Anschauungsmaterial einsetzen.
Bündnis: Welche Reaktionen haben Sie bisher auf den Film bekommen?
Wenner: Die Resonanz war bislang durchweg positiv.
Abrufbar ist der Animationsfilm u.a. auf der Webseite des Frauenreferats Frankfurt: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/sexismus